In den letzten zwei Jahren habe ich meinem Blog und meiner persönlichen Marke kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Stattdessen lag mein Fokus stärker auf meinem Job und zahlreichen Projektideen.

Ich liebe es, Neues zu lernen, und genau deshalb habe ich ursprünglich diesen Blog gestartet. Jetzt ist es an der Zeit für ein frisches Design und ein Rebranding.

Mir wurde klar, dass ich zwar ständig neues Lerne und meine Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen erweitere, aber vieles davon einfach im Nichts verschwindet. Ich dokumentiere meine Fortschritte selten und teile meine Erkenntnisse kaum. Doch was, wenn es Menschen gibt, die davon profitieren könnten? Was, wenn meine Arbeit andere inspiriert oder ihnen helfen könnte?

Als jemand, der gerne zwischen Disziplinen springt – ein echter Multipotentialite – habe ich akzeptiert, dass meine Projekte nicht immer direkt finanziellen Erfolg oder eine klare Expertise bringen. Und das ist in Ordnung. Für mich zählt die Vielfalt, die Freude am Schaffen und das Erkunden neuer Möglichkeiten. Gleichzeitig möchte ich meine Arbeit bewusster teilen. Deshalb habe ich mich entschieden, meinen Blog wiederzubeleben und ihm eine neue Identität zu geben.

Mein Blog, Mein Branding

Ein Neuanfang braucht ein frisches Branding. Und das spannendste Element bei so einem Design Projekt ist für mich immer das Logodesign. Ich liebe es, Ideen und Werte in eine visuelle Identität zu übersetzen – es fühlt sich an, als würde ich etwas entdecken, das schon immer existiert hat.

Während meines Studiums habe ich viel über Stil, Form, Farbe, Ikonografie und Typografie gelernt, und diese Prinzipien begleiten mich bis heute. Mit dem richtigen Verständnis der Markenwerte und der zugrunde liegenden Intention scheint sich ein Logo fast von selbst zu formen. Klingt seltsam, aber wenn man die richtigen Fragen stellt und klare Designprinzipien verfolgt fühlt sich der Prozess ganz intuitiv an.

Das Neue Logo: Anforderungen Definieren

Bevor ich mit dem Design begann, legte ich einige Kernanforderungen für meine persönliche Marke fest: • Reines Typografie-Logo, ohne Icon • Minimalistisches Design, das Zeitlosigkeit ausstrahlt • Einfache Wiedererkennbarkeit, auch in kleinen Größen • Reflexion meiner Werte

Mit diesen Kriterien begann ich, in Illustrator mit verschiedenen Schriftarten und Formen zu experimentieren.

Erste Logo-Entwürfe

Einige frühe Skizzen meiner Initialen in Illustrator.

Die Herausforderung mit den Initialen

Da meine Initialen S und H sind, wollte ich diese im Logo vereinen. Schnell merkte ich jedoch, dass dies nicht einfach war:

  • Das S hat eine geschwungene, organische Form
  • Das H hingegen ist eckig und geometrisch

Während Buchstaben wie M oder N gut kombinierbar sind, entstand zwischen meinen Initialen ein starker Kontrast.

Lösung: Geometrische Reduktion

Zuerst vereinfachte ich das H, um es minimalistischer zu gestalten. Die größere Herausforderung war jedoch das S, dessen organische Kurven nicht zum strukturierten H passten.

Um das Problem zu lösen, reduzierte ich das S auf seine Grundform: einen Kreis. Durch das Schneiden eines Kreises in zwei Hälften und deren Neuanordnung entstand eine abstrakte, aber noch lesbare Darstellung des Buchstabens. Durch Anpassungen an den Winkeln und Proportionen fand ich heraus, dass eine 50-Grad-Drehung die beste Balance ergab.

Das Ergebnis war vielversprechend, aber die Halbkreise wirkten zu massiv im Vergleich zum feinen H. Daher schnitt ich eine kleinere Kreisform aus, sodass die Strichstärke beider Buchstaben identisch war. Jetzt wirkten sie wie eine Einheit.

Erklärung der Logo-Konstruktion

Farbwahl: Klare Signale

Farben beeinflussen, wie eine Marke wahrgenommen wird. Jede Farbe weckt bestimmte Emotionen. Für meine persönliche Marke wollte ich eine Farbpalette, die Vertrauen, Ruhe und Wissen vermittelt.

Daher entschied ich mich für ein sattes Blau als Primärfarbe, ergänzt durch verschiedene Grautöne und Schwarz. Zusätzlich wählte ich eine leicht heller Blaunuance, um Kontraste und Highlights zu setzen, ohne zu dominant zu wirken.

Typografie: Klassiker Bewähren Sich

Wie viele Designer sammle ich leidenschaftlich gern neue Schriftarten. Doch wenn es um praktische Anwendungen geht, greife ich oft auf bewährte Klassiker zurück. Helvetica oder moderne Alternativen funktionieren einfach immer.

Für mein Branding entschied ich mich für Poppins und Roboto. Diese Schriften bieten genügend Gewichtungsvariationen für eine klare visuelle Hierarchie und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild des Logos ein.

Brand Guidelines: Meine Identität Festhalten

In meiner Zeit als Grafikdesigner habe ich viele Corporate Identity Manuals für Kunden erstellt. Das ist über 15 Jahre her, aber das Definieren von Designregeln ist für mich nach wie vor essenziell.

Zwar brauche ich kein umfangreiches Handbuch für mich selbst, aber eine kurze Übersicht über die wichtigsten Designelemente sorgt für Konsistenz – egal ob auf meiner Website, Social Media oder zukünftigen Projekten.

Persönliche Branding-Richtlinien
Persönliche Branding-Richtlinien

Fazit & Erkenntnisse

Dieser Prozess war eine spannende Reise. Ich habe gemerkt, dass einige Designprinzipien, die ich vor Jahren gelernt habe, tief in mir verankert sind. Meine Herangehensweise an Branding hat sich über die Jahre kaum verändert – und das fühlt sich richtig an.

Noch wichtiger ist, dass mir dieser Prozess gezeigt hat, wie sehr ich es genieße, meine kreativen Schritte zu dokumentieren. Das Schreiben dieses Artikels und das Erklären meiner Gedanken hat mir Spaß gemacht.

Dies ist nur der Anfang meiner Reise, meine Projekte bewusster zu teilen. Ich bin gespannt, wohin mich das führt.

Was meinst du dazu oder hast du Feedback zu meinem Branding? Lass es mich wissen – ich freue mich über Austausch!